Grundlagen (Basics)
Jede einzelne Bewegung wird als ‘Basic’ bezeichnet. Diese fundamentalen Bewegungen sind in verschiedenen Kategorien organisiert, die vom Gelbgurt bis zum Grüngurt-Programm vermittelt und unterrichtet werden. Die Bewegungen werden kombiniert, um daraus Techniken zu bilden.
Um eine vollständige und klare Anweisung für die Ausführung einer Bewegung zu formulieren, wird bei der Bezeichnung die folgende Terminologie verwendet:
Links oder Rechts, Methode der Ausführung, Winkel der Ausführung, Name der Bewegung.
Techniken
Die Selbstverteidigungstechniken werden als Partnerübungen gemeinsam trainiert. Zu Beginn in der “Idealen Phase” nach exakten Vorgaben, mit abgestimmten Angriffen und der entsprechenden (gewünschten) Reaktion. Mit wachsender Erfahrung
werden “Was wäre wenn” Situationen trainiert und spontan auf Angriffe oder Widerstand reagiert.
Die meisten Schulen und Organisationen verwenden einen der folgenden Lehrpläne für die Vermittlung des Technikprogramms.
*Im Vergleich zum 16er oder 24 System wurden einige Techniken entfernt und andere in sogenannten “Kampfmodellen” reorganisiert. Angriffe wurden teilweise modifiziert. Neu hinzugefügte Techniken berücksichtigen insbesondere Inhalte aus dem Bodenkampf / Grappling.
Formen
Die Formen im Kenpo-Karate sind vergleichbar mit den Katas in traditionellen Kampfkünsten.
Dabei stellen die Formen keinen Kampf dar! Sie lehren die Regeln und Prinzipien der Bewegung, dass jede Bewegung ein Gegenüber und eine Umkehrung hat und geben Beispiele dafür.
Zweck der Formen ist das Üben von Grundlagen und Techniken, um den Körper als synchronisierte Einheit zu trainieren.
* Die Form 7 wird nicht überall unterrichtet, weil sie nicht Teil des offiziellen Ed Parker Lehrplans war und für viele nicht zur waffenlosen Selbstverteidigung des Americen Kenpo passt
* Die Form 8 wird nicht überall unterrichtet, weil sie nicht Teil des offiziellen Ed Parker Lehrplans war und für viele nicht zur waffenlosen Selbstverteidigung des Americen Kenpo passt
Sets
Die Sets im Kenpo sind aufeinander aufbauende Übungen, die sich auf bestimmte Aspekte wie Koordination, Schlag- und Tritttechniken, Stände, Blocken, Einsatz der Finger usw. konzentrieren.
Die Sets sind hier nach Themen sortiert. Die Angabe der Gurtstufen gibt an, wann sie prüfungsrelevant sind, wenn alle Sets bis zum 3. Schwarzgurt unterrichtet werden sollen. Nicht alle Schulen oder Organisationen unterrichten alle hier aufgeführten Sets, zum Beispiel weil sie keine wirklich neue Information liefern und die Bewegungen bereits in den Techniken und Formen enthalten sind. Entsprechend kann auch die Reihenfolge abweichen. Unabhängig davon kann es durchaus interessant sein auch diese Sets zu trainieren und zum Beispiel im Rahmen des Aufwärm-Programms zu verwenden.
*Nach dem deutschen Waffengesetz sind der Erwerb, der Besitz, das Überlassen und das Führen von Nunchakus (Würgehölzern) verboten. Das gilt ausnahmslos und auch für Trainingswaffen (“Soft-Nunchakus”), da diese ebenfalls durch ihre Beschaffenheit und Handhabung dazu bestimmt sind, durch Drosseln die Gesundheit zu schädigen.
Freestyle
Sparring, also freies Kämpfen, ist ein wichtiges Trainingselement wenn es darum geht wirklich spontan auf unterschiedliche Angriffe reagieren zu können. Eine Besonderheit im Vergleich zum Selbstverteidigungstraining ist dabei, dass wir auch die offensive Rolle einnehmen müssen! Beim freien Kämpfen trainieren wir vor allem auch das Lesen und Erkennen möglicher Angriffe.
Die Kenpo Freestyle-Techniken, die nur noch in wenigen Schulen unterrichtet werden, bilden eine Brücke zwischen dem Techniktraining und dem freien Kämpfen. Die Schüler üben bestimmte Angriffsmuster und entwickeln dabei ein besseres Verständnis für Distanzmanagement und den Einsatz verschiedener Fußmanöver. Die Angriffsmuster werden dabei mit verschiedenen Abkürzungen für die unterschiedlichen Bewegungen und Varianten benannt.